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  • AutorenbildRolf Honegger

Wie wird der erforderliche Schalldämmwert einer Türe ermittelt?

Aktualisiert: 10. März

Mit der Neuausgabe der SIA 181:2020 wurden die informativen Anhänge, so auch die beispielhaften Schalldämmwerte für typische Türanwendungen, entfernt. In der Folge musste auch das VST Merkblatt Nr. 005 «Schalldämmende Türen» überarbeitet werden und die praktische Tabelle mit den beispielhaften Schalldämmwerten musste ebenfalls weichen. Somit ist der Planer in der Pflicht die Schalldämm Anforderung an die Türen festzulegen.


Keine leichte Aufgabe liebe Fachplaner! Macht es richtig, das erspart späteren Ärger 😊


Die charakteristische Grösse zur Schalldämmung von Türen ist in der Türennorm SN EN 14351-1 und -2 definiert als Rw (C;Ctr). Zu beachten gilt, dass dies der Schalldämmwert gemessen an einer begehbaren Türe im Schalllabor nach SN EN ISO 10140-2 darstellt. Dieser ist vom Hersteller nachzuweisen und vom Fachplaner festzulegen und auszuschreiben.

Für die Festlegung der Schalldämmung von Türen müssen zuerst die Anforderungswerte für die Schalldämmung zwischen zwei Räumen ermittelt werden. Dies erfolgt mit Hilfe der Tabellen und Anleitungen der SIA 181:2020. Dabei wird unterschieden zwischen den Anforderungen an den Luftschallschutz gegenüber internen Lärmquellen Di und gegenüber externen Lärmquellen De. Der Anforderungswert ist ein Mindestwert und wird als Standard Pegeldifferenz ausgewiesen. Für Räume mit Abschlusstüren gegenüber Erschliessungszonen wird das bewertete Bau Schalldämm Mass der Tür explizit festgelegt:

Für Räume mit geringer Lärmempfindlichkeit Di >= 37dB, und für die Tür R’w + C >= 32dB

Für Räume mit mittlerer Lärmempfindlichkeit Di >= 47dB und für die Tür R’w + C>= 37dB

Zu beachten ist, dass die R’w Anforderungen an die Türen bei kleinen Wohnräumen oder bei Trennwänden mit tiefen Schalldämm Massen auch höher liegen können.

Bei allen anderen Türen muss das spektral angepasste, bewertete Bau Schalldämm Mass der Trennwand inklusive der Tür ausgehend von den Anforderungswerten Di oder De bestimmt werden. Dazu werden die Flächen der Türe und der Trennwand sowie das Raumvolumen des Empfangsraums einberechnet. Nun werden die spektral angepassten, bewerteten Bau Schalldämm Masse der Türe und der Trennwand im Hinblick auf die praktische Ausführbarkeit so festgelegt, dass der gemeinsame Anforderungswert R’w + C der Trennwand mit Tür erreicht wird. Als Faustregel gilt, dass die Trennwand ein um ca 15dB besseres Schalldämm Mass haben sollte als die Tür.

Sind die spektral angepassten, bewerteten Bau Schalldämm Masse für Tür und Trennwand bestimmt muss der Ausschreibungswert Rw (C; Ctr) = R’w (C; Ctr) + KN + KP bestimmt werden. KN ist der Zuschlagswert für die Nebenwegübertragung und (KP) für die Projektierungsunsicherheit. Diese sind vom Planer auf Grund der baulichen Gegebenheiten festzulegen.

Wird später die Qualität der Schalldämmung zwischen zwei Räumen mit Verbindungstüre angezweifelt, kann eine Bau Schalldämm Messung nach SN EN ISO 16283-1 durchgeführt werden. Dabei muss Di <= Dnt,w + (C; Ctr) nachgewiesen werden. Wird der Anforderungswert nicht erreicht, kann R’w + (C; Ctr) der Tür gemessen werden. Die Problematik hier ist, dass die Messung der Tür nur genau ist, wenn die Trennwand mit Nebenwegübertragungen eine um 15dB höhere Schalldämmung aufweist als die Tür. Im Zweifelsfall muss die Trennwand quasi ohne Tür gemessen werden, indem die Türlaibung so ausgedämmt wird, dass sie einen gleichwertigen Schalldämmwert aufweist wie die Tür. Mit den damit gewonnenen Erkenntnissen kann das Schalldämm Mass der Tür allein beurteilt werden.

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